Germ - Escape


Mit "Escape" liegt nun Germs langerwartetes viertes Werk vor, das vermutlich dunkelste in der bisherigen Diskografie des Künstlers. Es ist stark autobiographisch geprägt und behandelt ein Gefühl des Gefangenseins im Inneren wie Äußeren, unter dessen starkem Einfluss Yatras in der Zeit der Albumentstehung stand. Da wäre zum einen eine psychische Erkrankung, die ihm über Jahre hinweg zusetzte und suggerierte, er sei in seinem Kopf, seinen Gedanken gefangen. Heute blickt er nachdenklich auf eine der finstersten Phasen seines Lebens zurück: "Manchmal dachte ich, es gebe keinen Ausweg."


Zum anderen ist es das Leben in einer seines Erachtens verkommenen Großstadt und kalten, entfremdeten Gesellschaft. "Ich verachte diese Gesellschaft und das städtische Leben größtenteils, sie laufen meinen Idealen völlig zuwider", gesteht Yatras desillusioniert. Das befeuert in ihm den Wunsch nach Flucht ("escape"). Nicht zuletzt durch Bekenntnisse wie dieses wird dem Hörer der musikalische Charakter der Albums verständlich. "Escape" zeichnet sich zwar durch für Germ typischen Post Black Metal aus, doch dieser klingt dichter und beklemmender als je zuvor.